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Bild 1: Michael, Frankreich/ Bild 2: Michael, Italien
     
   
   
   
   
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  Gästebuch   (Laudatio von Max Rüdlinger unten, auf dieser Seite)
       
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Ich wurde am 16. April 1980 geboren. Mein Heimat- und Wohnort ist Hünenberg im Kanton Zug. Nach meiner obligatorischen Schulzeit machte ich eine Berufslehre als Landwirt.

Das Medium Film war schon immer meine grosse Leidenschaft. So begann ich 2004 meine Filmausbildung an der Zürcher Hochschule der Künste. Nach vier Jahren, Im Sommer 2008, machte ich mein Diplom als Designer in visueller Kommunikation im Bereich Film.

Im Herbst 2008 starte ich mein Master-Studium im Bereich Drehbuch und Regie, ebenfalls an der Zürcher Hochschule der Künste.

Ich war 1998 einer der Gründer von "monoceros". Heute sind meine Tätigkeiten in den Bereichen Film, Video und Veranstaltungen unter diesem Namen zusammengefasst. Das Letztere, also das Vermieten unserer Veranstaltungslokale, mache ich vorallem zusammen mit meinen Eltern, Franziska und Bruno Werder.

Ausserhalb der Schule erstelle ich vorallem Auftragsvideos. Meine "eigenen" Filme entstehen im Moment im Rahmen meiner Ausbildung an der Filmschule.

Einige meiner Kurzfilme erhielten Preise und sind immer mal wieder auf verschiedenen Festivals zu sehen. Beispielsweise gewann 2008 meine Doksatire "Walo" an den 32. Schweizer Jugendfilmtagen den ersten Preis in der Kategorie Filmhochschulen.

Im Januar 2008 erhielt ich den Kulturförderpreis der Gemeinde Hünenberg, welcher zum ersten Mal verliehen wurde. Der Schauspieler Max Rüdlinger hielt bei der Verleihung die Laudatio.

Die amüsante Laudatio und mehr über Max Rüdlinger findest du gleich hier im Anschluss:

 
 
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Laudatio von Max Rüdlinger für Michael Werder (Hier klicken)

Warum Leute Filme machen wollen, ist mir – ehrlich gesagt – immer schleierhaft geblieben. Wenn man etwas zu sagen hat, könnte man ja zum Beispiel auch Gedichte schreiben. Dazu braucht es ein Blatt Papier und ein Bleistift. Oder man könnte ein Bild malen, wozu es Leinwand und Farben bräuchte. Aber nein, Filme müssen es sein, wozu es Kamera, Tonaufnahmegerät, Lichtmaschinen, Ausstattung, Techniker, Schauspieler und vor allem einen Haufen Geld braucht.

Dabei ist Filmemachen wie Eishockey: Nämlich viel zu schwierig, um es zu beherrschen. Mit messerdünnen Kufen auf Glatteis eine Winzigkeit von einem Puck mit der Länglichkeit eines Holzstockes zu führen und solcherart eine Phalanx von Checks austeilenden Punchingbällen zu umkurven: Da spielen einfach zu viele Variablen hinein, als dass da nicht vieles dem Zufall überlassen bliebe.

Ein Berühmter der Branche – dessen Name mir gerade entfallen ist – hat einmal gesagt, bei einem Filmdreh handle es sich um eine Art Explosion, auf die man zwar vorbereitet sein könne, wo man aber letztlich doch nur die Hände über den Kopf halten und hoffen könne, dass man mit heiler Haut davon komme.

Das ist Michael Werder, der heute von der Gemeinde Hünenberg mit einem Förderpreis bedacht wird, nicht immer gelungen. In seiner noch jungen Karriere ist er schon ordentlich an die Kasse gekommen.

Von seiner Grossmutter hat Michael zur Firmung eine Videokamera geschenkt bekommen und schon als Primarschüler hat er zusammen mit Kollegen gefilmt. Der Freund der Grossmutter verfertigte Auftragvideos und steckte damit Klein-Michael an.

Das Jung-Genie hat sich zwar nie selber ein Ohr abgeschnitten, hat das aber bei einer nachgestellten Stuntszene von einem Schulgespanen besorgen lassen, der ihm mit einem Baseballschläger dermassen eins über die Rübe drosch, dass ein Ohr angerissen wurde.

Dafür brach sich in einer weiteren Szene ein Schulkamerad den Arm.

Und als die von Ehrgeiz angestachelten Jung-Cineasten im Kleinhollywood Hünenberg aus einem Traktor einen Film-Dinosaurier bauten, erlitten sie beinahe eine Abgasvergiftung.

2005 schlug ein Pferd, das sich offenbar nicht alles gefallen lassen wollte, beim Gefilmtwerden aus und brach Michael mit einem gezielten Hufkick den Kiefer.

In dem im letzten Jahr gedrehten Kurzfilm „Ich säg wenn's fertig isch“, der am Luzerner Filmpreis 2007 mit dem 3. Rang ausgezeichnet wurde, liess es Michael als Revanche dann selbst krachen: Die Sprengung eines Wohnwagens dürfte etlichen Hünenbergern noch im Gedächtnis sein.

Damit ist wohl zur Genüge belegt, dass Filmemachen bei weitem nicht so glamourös ist, wie einem etwa weis zu machen gesucht wird, sondern oft viel eher donquijottesken Kleinkriegen ähnelt. Für allfällige Katastrophenfälle, Scharmützel, Heckenschiesse- reien und ausgewachsene Schlachten ist Michael als Feuerwehrler und Armbrustschütze bestens gewappnet. In der Armbrust- schützengesellschaft Hünenberg leitet er gar den Nachwuchs an, wie mit dem unhantlichen Ding treffsicher umzugehen sei.

Michaels Engagement in diesem Verein zeigt seine Verbundenheit mit der Lokal-Kultur auf. Dieser ist er auch als Fasnächtler verpflichtet. 1998 gründete er mit seinen cinephilen Schulgespanen den Verein monoceros. Monoceros ist altgriechisch und bezeichnet das Sternbild des Einhorns. Monoceros deswegen, weil es im Wappen der Gemeinde Hünenberg gleich zwei Einhörner hat. Die Einhorn-Fasnachtswagen mit Bar sollen schon beinahe legendär sein.

Im Jahre 2000 veranstaltete der Verein eine Aufführung der kultigen "Rocky Horror Picture Show". Anstelle der erwarteten 400 kreuzten 800 Besucher auf. Danach veranstaltete der Verein bis 2004 jährlich das grosse monoceros-Festival mit rund 2'000 Besuchern.

Im weiteren ist Michael als Fasnächtler bei der Eichenzunft Hünenberg aktiv: Zum Beispiel als Miterbauer des Eichenfressers oder als Licht- und Tontechniker bei der Inthronisation. Der Eichenfresser ist ein Fasnachtssymbol in Form eines Wildschweines, das am Ende der Fasnacht verbrannt wird. Bei der Inthronisation handelt es sich um die Eröffnung der Fasnacht mit Theater und der Thronbesteigung durch den Eichenvater. Diese findet heuer am 12. Januar statt, also morgen.

Hektische Zeiten für den Ausgezeichneten!

Umso mehr als für Ende Januar der Beginn der Dreharbeiten für seinen Diplomfilm an der Zürcher Hochschule der Künste ansteht. Der Film trägt den Arbeitstitel "Das Wrack". Das Wrack ist ein Schiffswrack auf der irischen Insel Aran, aber auch der Hauptdarsteller ist ein solches. Und der bin ich. Eine treffliche Wahl, kann ich dazu nur sagen.

Filmen wollte Michael schon immer, auch wenn er zuerst eine vierjährige Lehre als Landwirt gemacht hat. Danach absolvierte er eine zweijährige Digitalfilm-Ausbildung an einer privaten Schule und ist nun seit 2004 an der ZHDK, der Zürcher Hochschule der Künste.

An dieser Schule drehte Michael bis dato fünf Kurzfilme. In zwei davon spielte ich mit. Die andern drei erhielten alle Auszeichnungen.

In seinem letzten Film "Walo" dokumentierte er seine Bemühungen darum waffenlosen Militärdienst leisten zu können. Wie er als Armbrüstler darauf gekommen ist, ist einigermassen eigenartig. Angeblich soll ihm das Schiessgewehr bei der Ausübung seiner Tätigkeiten beim Armeefilmdienst hinderlich sein.

Michael ist mit seinen 27 Jahren in der Zelluoid-Branche eine noch junge Kraft. Wohin ihn seine filmischen Ambitionen schliesslich führen werden, ist daher noch nicht genau abzusehen. Seine anfängliche Vorliebe für das Groteske scheint – vor allem in dem anstehenden Projekt – einer vertieften Psychologie, deren Dramatik ja durchaus auch grotesken Seiten hat, zu weichen.

Bei den zweien Malen, da ich auf Drehs von Michael dabei war, hat mich vorallem seine unangestrengte Autorität, mit der er Filmequippen zu führen weiss, beeindruckt. Eine solche gewährt den Mitarbeitenden kreativen Spielraum ohne dabei die filmische Vision, welche ja der Anlass zu der Zusammenarbeit ist, aus den Augen zu verlieren. Pointiert könnte man sagen, dass wenn ein Regisseur eine filmische Vision hat, er ja eigentlich nichts weiter zu können braucht, als die richtigen Mitarbeiter auszuwählen und diese für das Projekt zu motivieren. Das versteht Michael ausgezeichnet und weiss dabei eine beinahe familiäre Atmosphäre zu schaffen, die dazu angetan ist, ein Projekt gedeihlich voranzubringen.

Um sich in dem Haifischbecken der Filmverfertigung durchzusetzen, dazu hat Michael mit seiner sanft-beharrlichen Art und als Landwirtschafts-Feuerkampf-gestählter Tellensohn alle Voraussetzungen. Dabei kommt ihm eine gewisse Leichtigkeit und Verspieltheit, die möglicherweise noch seiner Jugend, aber vielleicht auch seinem Charakter zuzuschreiben ist, zusätzlich zustatten.

Ich bin gespannt, wohin die Reise geht. Die Filmindustrie in der Schweiz ist eine kleine – eher eine Manufaktur als eine Industrie – und die Talente, die den Mumm und auch die Chuzpe haben, sich durchzusetzen, sind dünn gesät. Ich danke der Gemeinde Hünenberg, dass sie ein solches Talent zu fördern gewillt ist und wünsche Michael für seine Laufbahn alles Gute.

(Max Rüdlinger, 11. Januar 2008)

>> Link: Max Rüdlinger in Wikipedia